CNC Milling

Siemens strebt 80 Prozent Automatisierung im deutschen Werk an

Siemens strebt 80 Prozent Automatisierung im deutschen Werk an

Wichtige Erkenntnisse

  • Siemens plant, die Automatisierung in seinen deutschen Werken bis 2030 auf 80 % zu steigern.
  • Das Elektronikwerk in Erlangen erhält ein US$560 millionen großes Modernisierungsprogramm, die bislang größte Einzelstandort-Investition in den deutschen Aktivitäten von Siemens.
  • Die Automatisierung konzentriert sich auf CNC-Fräsen, robotergestützte Materialhandhabung und KI-gestützte Qualitätskontrolle, mit dem Ziel, die Arbeitsstunden um 30 % zu reduzieren und die Gesamtanlageneffektivität (OEE) um 15 % zu steigern.
  • Die Initiative ist eine direkte Reaktion auf den demografischen Arbeitskräftemangel in Europa und den zunehmenden Preisdruck durch Hersteller aus den USA und Asien.

Einführung: Warum die deutsche Fertigung einen digitalen Sprung braucht

Die industrielle Basis Europas steht vor einem perfekten Sturm: eine alternde Belegschaft, sinkende Geburtenraten und wachsender Druck durch kostengünstige Produzenten in den Vereinigten Staaten und Asien. Laut Eurostat sank die Beschäftigung im EU-Industriebereich zwischen 2015 und 2023 um 2,8 %, während die Produktivitätszuwächse bei 1,2 % pro Jahr stagnierten. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen deutsche Unternehmen menschliche Arbeit durch fortschrittliche Automatisierung ersetzen und gleichzeitig die Stückkosten niedrig halten.


Siemens’ Automatisierungs-Blueprint

Ziel-Automatisierungsgrad – 80 %

Siemens hat einen mutigen internen Maßstab gesetzt: 80 % aller Produktionsschritte in seinen deutschen Werken sollen bis zum Ende des Jahrzehnts automatisiert sein. Die Kennzahl kombiniert die Abdeckung von Roboterzellen, CNC-gesteuerte Fertigung und softwarebasierte Prozessorchestrierung.

Investitions-Trichter – US$560 Millionen für Erlangen

  • Gesamtausgaben: US$560 Millionen (≈ €525 Millionen) bis 2030 zugewiesen.
  • Jährliche Umsetzung: Etwa US$70 Millionen pro Jahr, aufgeteilt auf Hardware (Roboter, CNC-Fräsen) und Software (Digital Twin, KI-Qualitätsanalytik).
  • Erwartete Rendite: Siemens prognostiziert einen 15 % Anstieg der OEE und eine 30 % Reduktion der manuellen Arbeitsstunden innerhalb von fünf Jahren nach Inbetriebnahme.

Kerntechnologien

Technologie Rolle in der Automatisierung Schlüssel-Specs (2024)
Hochgeschwindigkeits-CNC-Fräsen Präzise Massen-Materialabtragung für elektronische Gehäuse 5-Achsen, 30 kW Spindel, 0,02 mm Wiederholgenauigkeit
Kollaborative Roboter (Cobots) Teile-Be- und Entladen, intra-Zell-Logistik 6-Achsen, 500 kg Traglast, 0,1 s Zykluszeit
Digital Twin Plattform Echtzeit-Simulation von Produktionslinien Cloud-basiert, 1 ms Latenz, integriert PLC-Daten
KI-basierte Bildinspektion Fehlererkennung an Leiterplatten und Metallgehäusen 4K Auflösung, 99,9 % Erkennungsgenauigkeit

Erwartete betriebliche Auswirkungen

  • Arbeitsersparnis: Die Modernisierung in Erlangen wird etwa 1.200 Personen-Stunden pro Woche durch automatisierte Zyklen ersetzen.
  • Durchsatzsteigerung: Die Kapazität der CNC-Fräsung wird von 1.800 Einheiten/Tag auf 2.850 Einheiten/Tag steigen (≈ 58 % Zuwachs).
  • Energieeffizienz: Siemens prognostiziert eine 12 % Reduktion des Stromverbrauchs im Werk dank optimierter Bewegungssteuerung und regenerativem Bremsen bei Robotern.

Vergleichende Landschaft: Siemens vs. Wettbewerber

Unternehmen Ziel-Automatisierung (2025-2030) Kürzliche Werksinvestition Primäre Automatisierungstechnik
Siemens (Deutschland) 80 % US$560 M (Erlangen) CNC, Cobots, KI-Vision
Bosch Rexroth 65 % US$320 M (Stuttgart) Linearantriebe, modulare Robotik
DMG Mori 70 % US$410 M (Nürnberg) Hochgeschwindigkeits-Drehen, additive Hybrid
Fanuc 60 % US$210 M (München) Industrieroboter, CNC-Controller

Siemens’ 80 %-Ambition übertrifft den nächsten Rivalen, Bosch Rexroth, um 15 Prozentpunkte, und unterstreicht den aggressiven Vorstoß in Richtung Industrie 4.0.


Herausforderungen und Gegenmaßnahmen

  1. Weiterbildung der Belegschaft – Siemens wird eine „Digital Skills Academy“ für 1.800 Mitarbeitende starten, die Zertifizierungen in Robotik-Programmierung und Datenanalyse anbietet.
  2. Systemintegration – Das Unternehmen nutzt sein eigenes TIA Portal (Totally Integrated Automation), um Legacy-PLCs mit neuen KI-Modulen zu harmonisieren, und reduziert das Integrationsrisiko auf unter 3 Monate pro Linie.
  3. Lieferketten-Volatilität – Lang-laufende Komponenten (Spindelmotoren, Servoantriebe) werden von mehreren EU-Lieferanten bezogen, um Einzelpunkt-Ausfälle zu vermeiden.

Fazit

Siemens setzt auf eine umfassende Automatisierungs-Umgestaltung, um die deutsche Fertigung vor dem demografischen Gegenwind und globalen Preiskämpfen zu schützen. Durch die Investition von US$560 Millionen in den Elektronikstandort Erlangen und das Ziel von 80 % Automatisierung will das Unternehmen die Produktivität steigern, die Abhängigkeit von Arbeitskräften reduzieren und einen neuen Maßstab für die europäische Industrie 4.0-Einführung setzen. Sollten die prognostizierten Gewinne realisiert werden, könnte Siemens zum führenden Beispiel auf dem Kontinent werden, wie Hochtechnologie-Investitionen in greifbare Wettbewerbsvorteile übersetzt werden.

Passende Maschinen zu verkaufen

Alle durchsuchen →

Ähnliche Artikel